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Oct 5, 2026

KYB-Compliance: Dokumente, UBOs und 8-Schritte-Checkliste

Was KYB-Compliance verlangt: erforderliche Dokumente, Schwellenwerte für wirtschaftlich Berechtigte (UBO), der Unterschied zu KYC und eine prüfungsfeste Checkliste in acht Schritten.

KYB-Compliance: Dokumente, UBOs und 8-Schritte-Checkliste

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

KYC prüft eine Person. KYB prüft ein Unternehmen – und anschließend die Menschen, die sich dahinter verbergen. An dieser zweiten Hälfte scheitern die meisten Programme: Einen Handelsregisterauszug einzuholen ist einfach; festzustellen, wer die Gesellschaft über drei Ebenen von Holdinggesellschaften in zwei Rechtsordnungen letztlich kontrolliert, ist es nicht.

Dieser Leitfaden erklärt, was KYB-Compliance verlangt, wie sich KYB in der Praxis von KYC unterscheidet, wie das Konzept des wirtschaftlich Berechtigten funktioniert, und liefert eine Checkliste in acht Schritten für ein Programm, das einer Prüfung standhält. Wenn Sie schon weiter sind und eher Anbieter vergleichen, als das Programm zu konzipieren, lesen Sie unseren Leitfaden zur besten KYB-Software für Krypto im Jahr 2026.

Was ist KYB?

Know Your Business, kurz KYB, bezeichnet den Prozess, mit dem die Identität, die Legitimität und die Eigentümerstruktur eines Geschäftskunden geprüft werden, bevor eine Geschäftsbeziehung eingegangen wird – und mit dem diese Beziehung anschließend laufend überwacht wird. KYB existiert, weil Kriminelle keine Konten auf ihren eigenen Namen eröffnen, sondern auf den Namen von Unternehmen, deren Eigentumsverhältnisse bewusst verschleiert sind.

Eine KYB-Prüfung besteht aus vier Bestandteilen: der Bestätigung, dass die Gesellschaft rechtlich existiert und ordnungsgemäß registriert ist, der Identifizierung der Personen, denen sie letztlich gehört oder die sie kontrollieren, der Prüfung der Vertretungsbefugnis der Person, die im Namen der Gesellschaft handelt, sowie dem Screening all dieser Parteien gegen Sanktionslisten, PEP-Datenbanken und Negativberichterstattung (Adverse Media).

KYB vs. KYC

KYCKYB
GegenstandEine natürliche PersonEine juristische Person samt ihren Eigentümern und Kontrollpersonen
Zentrale NachweiseAmtlicher Ausweis, Liveness-Prüfung, AdressnachweisRegistereinträge, Gründungsunterlagen, Beteiligungskette
DatenquellenDokumentenprüfung, BiometrieHandelsregister, Transparenzregister (UBO-Register), Unternehmensmeldungen
Typische DauerSekunden bis MinutenStunden bis Wochen, je nach Komplexität der Struktur
Die eigentliche SchwierigkeitDokumentenbetrug und DeepfakesUndurchsichtige, mehrstufige Eigentümerstrukturen

Beachten Sie die letzte Zeile dieser Tabelle. KYB ist nicht KYC mit mehr Papierkram. KYB enthält KYC als Teilprozess, denn jeder wirtschaftlich Berechtigte und jeder Vertretungsberechtigte, den Sie identifizieren, muss anschließend als natürliche Person verifiziert werden.

Wirtschaftlich Berechtigte (UBO)

Ein UBO (Ultimate Beneficial Owner, wirtschaftlich Berechtigter) ist die natürliche Person, der eine juristische Person letztlich gehört oder die sie letztlich kontrolliert. Nach dem EU-Rahmen zur Geldwäschebekämpfung liegt der Richtwert bei einer Beteiligung oder Eigentümerstellung von mehr als 25 %, direkt oder indirekt gehalten. Kontrolle kann auch auf anderem Weg entstehen: über Stimmrechte, das Recht, die Geschäftsleitung zu bestellen oder abzuberufen, oder über vertragliche Vereinbarungen, die ohne formelles Eigentum faktische Kontrolle verschaffen.

In der Praxis treten immer wieder drei Komplikationen auf:

  • Mehrstufige Strukturen. Wird das Eigentum über zwischengeschaltete Gesellschaften gehalten, müssen Sie die Kette bis zu natürlichen Personen zurückverfolgen und auf jeder Ebene die indirekten Beteiligungen berechnen.
  • Kein Eigentümer über dem Schwellenwert. Erreicht keine Person den Schwellenwert, greift der Rahmen ersatzweise auf die Mitglieder der obersten Führungsebene zurück (fiktiver wirtschaftlich Berechtigter). Zu dokumentieren, warum Sie auf diese Ersatzregel zurückgegriffen haben, ist ebenso wichtig wie ihre Anwendung.
  • Treuhandverhältnisse und Trusts. Eingetragene Gesellschafter sind nicht immer die wirtschaftlich Berechtigten. Bei Trusts müssen Settlor, Trustees, Protector, Begünstigte und alle sonstigen Kontrollpersonen identifiziert werden.

Die KYB-Checkliste in acht Schritten

1. Risikoappetit und ausgeschlossene Kategorien festlegen

Halten Sie schriftlich fest, welche Rechtsordnungen, Branchen und Strukturen Sie nicht onboarden – und zwar, bevor ein konkretes Geschäft auf dem Tisch liegt. Eine Ausschlussliste, die unter kommerziellem Druck entsteht, ist keine Kontrolle.

2. Existenz der Gesellschaft prüfen

Rufen Sie den Eintrag aus dem amtlichen Unternehmensregister des Gründungsstaats ab: Firmenname, Registernummer, eingetragene Anschrift, Gründungsdatum, Status und Geschäftsführung. Registerdaten sind vom Kunden eingereichten Dokumenten überlegen, denn diese können gefälscht oder veraltet sein.

3. Eigentümerstruktur abbilden

Bilden Sie die vollständige Kette von der Kundengesellschaft bis zu den natürlichen Personen ab, mit den Beteiligungsquoten auf jeder Ebene. Erfassen Sie für jedes Glied der Kette Quelle und Datum. Genau dieses Dokument wird ein Prüfer sehen wollen.

4. UBOs und Vertretungsberechtigte als natürliche Personen verifizieren

Jeder identifizierte UBO und die Person, die im Namen der Gesellschaft unterzeichnet, durchlaufen eine Dokumentenprüfung und einen Liveness-Check. An dieser Stelle stützt sich ein KYB-Programm auf Identitätsinfrastruktur; Anbieter wie iDenfy kombinieren die Unternehmensverifizierung mit der darunterliegenden KYC-Ebene für Einzelpersonen und vermeiden so zwei voneinander getrennte Prozesse.

5. Jede Partei screenen

Screenen Sie die Gesellschaft, ihre UBOs, Geschäftsführer und Vertretungsberechtigten gegen Sanktionslisten, PEP-Datenbanken und Negativberichterstattung. Nur das Unternehmen selbst zu screenen, ist eine häufige und gravierende Lücke: Sanktionen richten sich oft gegen Einzelpersonen, deren Unternehmen selbst nicht gelistet sind.

6. Risiko bewerten und einstufen

Fassen Sie Rechtsordnung, Branche, Komplexität der Struktur, erwartetes Transaktionsprofil und Screening-Ergebnisse zu einer dokumentierten Risikoeinstufung zusammen, die den Umfang der Sorgfaltspflichten bestimmt. Eine hohe Risikoeinstufung löst verstärkte Sorgfaltspflichten aus: Herkunft der Mittel, Herkunft des Vermögens und Freigabe durch die Leitungsebene.

7. Laufend überwachen

Das Onboarding ist eine Momentaufnahme; Eigentumsverhältnisse ändern sich, Geschäftsführer treten zurück, Sanktionslisten werden täglich aktualisiert. Ein Programm ohne laufendes Screening und regelmäßige Aktualisierung ist am ersten Tag compliant und spätestens im dritten Monat nicht mehr. Anlassbezogene Überprüfungen bei Registeränderungen sind wirksamer als ausschließlich feste jährliche Zyklen.

8. Prüfpfad aufbewahren

Bewahren Sie jedes Dokument, jedes Screening-Ergebnis, jede Risikoentscheidung und die Identität der Person, die sie getroffen hat, für die gesetzliche Aufbewahrungsfrist auf. In einer Prüfung sehen eine undokumentierte richtige Entscheidung und eine falsche Entscheidung genau gleich aus.

KYB speziell im Kryptobereich

Krypto-Unternehmen unterliegen den üblichen KYB-Pflichten plus zwei Ergänzungen. Erstens halten und bewegen Firmenkunden häufig Vermögenswerte on-chain, daher muss die Sorgfaltsprüfung auf Gesellschaftsebene mit Analysen auf Wallet-Ebene verknüpft werden: Zu wissen, wer ein Unternehmen ist, nützt wenig, wenn seine Einzahlungsadressen direkten Kontakt zu sanktionierten Akteuren haben. Zweitens ist die nach der Travel Rule erforderliche Gegenparteiprüfung im Kern eine KYB-Übung, angewandt auf andere VASPs: Es wird bewertet, ob ein Gegenpartei-Institut lizenziert ist, wo, und ob es Travel-Rule-Daten überhaupt empfangen kann.

Beides weist in dieselbe Richtung: Die Ebene der Unternehmensverifizierung und die Ebene der Blockchain-Analyse müssen zusammengeführt werden, statt als getrennte Silos mit getrennten Fallakten zu laufen.

Häufig gestellte Fragen

Wofür steht KYB?

KYB steht für Know Your Business. Gemeint ist der Prozess, mit dem geprüft wird, dass ein Geschäftskunde rechtlich existiert, die natürlichen Personen identifiziert werden, denen er letztlich gehört oder die ihn kontrollieren, die Vertretungsbefugnis der für ihn handelnden Person bestätigt wird und alle diese Parteien gegen Sanktions- und PEP-Quellen gescreent werden.

Was ist der Unterschied zwischen KYC und KYB?

KYC verifiziert eine Einzelperson anhand von Ausweisdokumenten und Biometrie. KYB verifiziert eine juristische Person anhand von Registerdaten und Unternehmensunterlagen und wendet dann KYC auf jeden wirtschaftlich Berechtigten und jeden Vertretungsberechtigten an. KYB enthält KYC, statt es zu ersetzen.

Wo liegt der Schwellenwert für UBOs?

Nach dem EU-Rahmen zur Geldwäschebekämpfung liegt der Richtwert bei Eigentum oder Kontrolle von mehr als 25 %, direkt oder indirekt gehalten. Kontrolle, die auf anderem Weg erlangt wird, etwa über Stimmrechte oder das Recht zur Bestellung der Geschäftsleitung, zählt unabhängig von der Beteiligungsquote ebenfalls.

Welche Dokumente werden für KYB benötigt?

In der Regel eine Gründungsurkunde oder ein Registerauszug, die Satzung bzw. der Gesellschaftsvertrag, eine aktuelle Gesellschafterliste oder ein Eigentümerverzeichnis, ein Nachweis der eingetragenen Anschrift, die Identifizierung der Geschäftsführer und UBOs sowie ein Nachweis der Vertretungsbefugnis des Unterzeichners. Die Anforderungen variieren je nach Rechtsordnung und Risikoeinstufung der Gesellschaft.

Wie lange dauert eine KYB-Verifizierung?

Ein einfaches Unternehmen mit Sitz in nur einer Rechtsordnung und klarer Eigentümerstruktur lässt sich mithilfe automatisierter Registerabfragen in wenigen Minuten verifizieren. Komplexe Strukturen mit mehreren Ebenen, ausländischen Gesellschaften, Trusts oder Treuhandverhältnissen dauern regelmäßig Tage oder Wochen, weil die Beteiligungskette manuell nachverfolgt werden muss.

Gilt KYB für DeFi-Protokolle?

Nicht für das Protokoll selbst, sofern es nicht verwahrend ist und kein Intermediär Kunden onboardet. JewelSwap zum Beispiel ist auf MultiversX, Sui und Radix nicht verwahrend: Nutzer interagieren aus ihren eigenen Wallets mit Smart Contracts. KYB-Pflichten treffen Unternehmen, die Kunden onboarden, darunter Börsen, Verwahrer und Zahlungsdienstleister.

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About the author.

Co-Founder at JewelSwap & Chief Strategy Officer at iDenfy. Viktor brings his successful track record of superb development & project management.